Milchig-weiß, leicht prickelnd und mit einer feinen Balance aus Süße und Säure: Makgeolli ist einer der spannendsten traditionellen Reisweine Koreas. Wer ihn zum ersten Mal probiert, merkt schnell, dass er nicht wie ein klarer, stiller Wein wirkt – und dass es nicht nur eine einzige Geschmacksrichtung gibt.
Was ist Makgeolli?
Makgeolli entsteht durch die Fermentation von Reis oder Weizen mit Wasser und nuruk, einem traditionellen Gärstarter. Nach der Gärung wird der Ansatz gefiltert; feine Bestandteile bleiben bei vielen Varianten im Getränk und sorgen für die typische trübe Optik. Je nach Zutaten, Herstellung und Filtration unterscheiden sich Duft, Textur und Geschmack deutlich. Deshalb lohnt es sich, Makgeolli nicht auf „süß“ oder „sauer“ zu reduzieren: Manche Abfüllungen wirken fruchtig und sanft, andere kräftiger, herzhafter oder lebendig perlend.
Vom Getränk der Landbevölkerung zur vielfältigen Tischkultur
Makgeolli ist eng mit der koreanischen Landwirtschaft verbunden. Er wurde über Generationen in ländlichen Regionen gebraut und bei einer Pause während der Feldarbeit getrunken. Heute gibt es zahlreiche regionale und moderne Varianten. Gerade diese Vielfalt macht den ersten Vergleich interessant: Achte beim Probieren auf Säure, Süße, Körper und Kohlensäure – und lies die Hinweise des Herstellers, denn Rezeptur und Lagerung können sich unterscheiden.
Was passt dazu?
Ein klassischer Einstieg sind koreanische Pfannkuchen. Haemul-pajeon mit Frühlingszwiebeln und Meeresfrüchten bringt Röstaromen und eine herzhafte Note mit; bindaetteok, ein knuspriger Pfannkuchen aus Mungbohnen, ist eine weitere traditionelle Kombination. Die weiche, säuerlich-frische Art vieler Makgeolli passt gut zu diesen würzigen, gebratenen Speisen. Auch Kimchi-Pfannkuchen oder gebratene Gemüsegerichte lassen sich ausprobieren – am besten in kleinen Schlucken und ohne starre Regeln.
Ein einfacher Verkostungstipp
Serviere Makgeolli so, wie es auf der Flasche angegeben ist. Probiere zuerst einen kleinen Schluck pur und danach zusammen mit einem Bissen. So kannst du selbst entdecken, wie sich Säure, Süße und Röstaromen gegenseitig verändern. Wenn du mehrere Sorten vergleichst, notiere dir kurz, welche Speisen für dich am besten dazu passen.
Quellen zur Einordnung: Korea Tourism Organization: Geschichte und Herstellung von Makgeolli · Korea Tourism Organization: Speisen, die zu Makgeolli passen.


